Pressemitteilung: Etappenziel erreicht – 2016 fährt die Hälfte der privaten Güterwagen leise

18.11.2015

PRESSEINFO

Etappenziel erreicht: 2016 fährt die Hälfte der privaten Güterwagen leise

  • VPI legt Zahlen vor: Private Halter liegen bei der Umrüstung auf Flüsterbremse voll im Zeitplan.
  • Verband geht mit fünf Botschaften zum Thema Lärm an die Öffentlichkeit. Kernforderung: 30 Prozent Differenz beim Trassenpreis ab 2020, um europaweit Anreiz für leisen Schienengüterverkehr zu setzen.

Bereits Ende 2016 wird die Hälfte der in Deutschland verkehrenden privaten Güterwagen leise unterwegs sein. Zum Fahrplanwechsel 2020 ist die komplette Umstellung der Flotten auf Flüsterbremsen abgeschlossen. Dies ergab eine Umfrage der hwh, Gesellschaft für Transport und Unternehmensberatung, bei den Mitgliedsunternehmen des VPI. "Die Privaten halten Wort. Wir erfüllen fristgerecht den im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien festgeschrieben Zeitplan", betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI, angesichts der erfreulichen Zahlen. 

30.658 oder 51,1 Prozent der in Deutschland verkehrenden privaten Güterwagen werden Ende 2016 mit Flüsterbremsen fahren. Ende 2020 werden schließlich 100 Prozent der in Deutschland verkehrenden 60.000 privaten Wagen umgestellt sein. Diese Zahlen hat die hwh mittels einer Online-Abfrage bei den VPI-Mitgliedsunter-nehmen erhoben. Der VPI hatte im vergangenen Jahr hwh als unabhängigen Gutachter beauftragt, ein Monitoring der Flottenumstellung durchzuführen.

"Die deutschen Halter nehmen die Lärmbelastung durch Schienengüterverkehr ernst und erledigen ihre Hausaufgaben. Damit ist das Thema aber noch nicht vom Tisch", warnt Lawrenz. Lärmquelle Nummer 1 drohen in Zukunft laute ausländische Güterwagen zu sein. Der VPI fordert deshalb, ab 2020 die Trassenpreise für laute und leise Züge um 30 Prozent zu spreizen. Diese mit EU-Recht konforme Lösung ermöglicht, leise Wagen zu belohnen und laute spürbar zu belasten. "Eine solche Regelung über Marktmechanismen wäre europaweit hochwirksam. Rechtzeitig angekündigt setzt sie auch bei ausländischen Güterwagenhaltern die Umrüstung der in Deutschland verkehrenden Flotten in Gang", erläutert Lawrenz den Vorstoß. "Dies ist dringend notwendig, so Lawrenz, "denn den 120.000 leisen Wagen von privaten Haltern und DB Schenker werden 2020 noch immer 60.000 mehrheitlich laute ausländische Wagen gegenüberstehen - und in gemischten Zugverbünden durch Deutschland rollen." Die für eine halbierte Lärmemission notwendige Quote von 90 Prozent leiser Waggons im Zugverbund könne so kaum erreicht werden.

Mit diesen fünf Kernbotschaften positioniert sich der Verband jetzt in der aktuellen Debatte zur Lärmreduzierung im Schienengüterverkehr:

1. Die Privaten halten Wort
Ende 2020 ist die gesamte Flotte leise.

2. Der Bund steht in der Pflicht
Ohne fairen Wettbewerb kein starker Schienengüterverkehr.

3. Restriktionen sind der falsche Weg
Tempolimits verlagern Transport auf die Straße.

4. Europäisch denken
Leiser Schienengüterverkehr braucht grenzübergreifende Anreize.

5. Leise Wagen belohnen
Beim Trassenpreis 30 Prozent Differenz: Das wirkt!

"Wir setzen auf konstruktive Ansätze. Restriktionen sind nicht nur der falsche Weg, sie beschädigen den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene nachhaltig", betont Lawrenz. Nächtliche Tempolimits als Maßnahme zur Lärmreduzierung – wie jüngst im Entwurf des Schienenlärmminderungsgesetz gefordert – verknappten die bereits jetzt  überlastete Schieneninfrastruktur dramatisch. Im Ergebnis führten Tempolimits zu einer weiteren Verschiebung des Modal-Split zugunsten der Straße – mit Folgen für Umwelt und Sicherheit. Auch ein komplettes Verbot von GG-Sohlen nach 2020 sei keine Option. Ein solches Verbot sei weder nach deutschem noch nach europäischem Recht durchsetzbar, lautet das Ergebnis eines Gutachtens, das der VPI jüngst bei Bernd Uhlenhut von der Dortmunder Kanzlei BSU Legal in Auftrag gegeben hatte.

"Die Halter haben in Sachen Lärmreduzierung geliefert. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, den Schienengüterverkehr zu stärken und für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen", mahnt Lawrenz. "Unser Vorschlag liegt auf dem Tisch."

 

Für Rückfragen:

Jürgen Tuscher, Geschäftsführer VPI, Tel: 040- 22 659 21-0, mobil: 0176-103 15 197

Kerstin Domscheit, Öffentlichkeitsarbeit VPI, Tel: 040- 419 12 670, mobil: 0160-15 27 533