Fünf Kernbotschaften zum Thema Lärm: VPI fordert europäische Lösung

18.11.2015

1   Die Privaten halten Wort // Ende 2020 ist die gesamte Flotte leise.

Die Mitgliedsfirmen des VPI stehen zum Lärmziel 2020 und stellen ihre Güterwagenflotte auf die Flüsterbremsentechnik um. Dabei setzen sie vor allem auf Flottenerneuerung. Bereits 2016 wird die Hälfte ihrer in Deutschland verkehrenden Waggons leise fahren, Ende 2020 die komplette Flotte. Hinter diesen Zahlen steht eine milliardenschwere Investitionsleistung.

2   Der Bund steht in der Pflicht // Ohne fairen Wettbewerb, kein starker Schienengüterverkehr.

Die Bundesregierung hat ein klares Ziel formuliert: Mehr Güter auf die Schiene. Dies kann nur bei fairen Wettbewerbsbedingungen gelingen. Der Bund ist jetzt am Zug, einseitige Belastungen des Schienengüterverkehrs auszugleichen, wie sie durch Lärmvorgaben entstehen. Nur so kann der umweltfreundliche Verkehrsträger Schiene gegenüber der Straße konkurrenzfähig bleiben.

3   Restriktionen sind der falsche Weg // Tempolimits verlagern Transport auf die Straße.

Wer die knappe Schieneninfrastruktur durch Restriktionen weiter beschränkt, bewirkt vor allem eines: Die Verschiebung des Modal-Split zugunsten der Straße – mit entsprechenden Folgen für Umwelt und Sicherheit. Vier Millionen zusätzliche LKW-Ladungen jährlich wären allein das Resultat der Trassenverknappung durch ein nächtliches Tempolimit auf 70 Stundenkilometer.

4   Europäisch denken // Leiser Schienengüterverkehr braucht grenzübergreifende Anreize.

Schienengüterverkehr findet innerhalb Europas freizügig statt. Lärmquelle Nummer 1 drohen in Zukunft ausländische Güterwaggons zu sein, die mit Grauguss-Bremsen fahren. Sie dürfen auch nach 2020 weiter auf deutschen Schienen rollen. Nötig ist deshalb ein nachhaltiger Anreiz, der Halter europaweit motiviert, ihre Flotten auf Flüsterbremsen umzustellen.

5   Leise Wagen belohnen // Beim Trassenpreis 30 Prozent Differenz: Das wirkt!

Das stärkste Argument für eine zügige Umstellung liegt in einer spürbaren Spreizung der Trassenpreise ab 2020. Um 30 Prozent höhere Entgelte für laute Züge hieße für alle Halter: Nur leise fährt konkurrenzfähig. Eine solche Regelung über Marktmechanismen wäre europaweit hochwirksam, ohne den umweltfreundlichen Schienengüterverkehr zu schwächen.